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Auftragsarbeit

28. September 2010

SMS von @kokolores70 18:03 am 28-09-10:
“… ich finde, Du solltest mal wieder einen Blogeintrag schreiben … Thema “mein Freund der Tinnitus” ;o)

Alsdann

Mein Freund der Tinnitus – eine Anamnese
Als ich vor ca. 6 Jahren plötzlich ein hohes permanentes Pfeifen im rechten Ohr hatte und etwa 2 Monate später damit beim HNO-Arzt vorbeischaute, meinte der: “Tinnitus”. Ich: “Ach was?! Kann man da was machen?” Er: “Nicht mehr. Sorgen Sie dafür, dass er Ihr Freund wird.”

Wir sind mittlerweile ziemlich dicke, der Tinnitus und ich. Als Hintergrundgeräusch bleibt er ebenda. Im Hintergrund. Ausnahme: Zu wenig Schlaf nach massivem Alkoholgenuss oder die Entspannungsphase nach Stresssituationen.

Kurz: 6 Jahre ging das wohl gut.

Letzte Woche dann mal prinzipieller Health Check bei neuer Ärztin (letzter Besuch war gefühlt 8 Jahre her). Verblüffenderweise gar kein Befund, dafür 3mal impfen (gegen praktisch alles). Ein Teufelchen flüsterte mir eine spontane Kosten-/Nutzenrechnung in Sachen jahrelange Krankenkassenbeiträge ein – irgendwas musste doch haben, dass sich das auch lohnt mit den monatlichen Abbuchungen usw.

Ich versuchte es mit Heuschnupfen-Desensibilisierung. Heuschnupfen ist bei mir seit ich 12 Jahre alt bin. Desensi hatte ich vor 10 Jahren mal begonnen, war mir dann aber zu aufwändig (2x Woche in die Praxis wegen Spritzen … ein halbes Jahr lang? Danke). Immerhin kenn ich meinen Histaminbeflügler: Gräser und Roggen. Vielleicht war die Medizin inzwischen weiter? Frau Doktor meinte: “Nein”. Und da ich zugab, dass sich die Vehemenz in den letzten Jahren deutlich verringert hätte, kamen wir überein, dass ich mich zwar desensibilisieren lassen könnte (7 Wochen je 2 Spritzen) … aber nicht müsste.

Da pfiff der Tinnitus (es war ein Frühtermin), ich erzählte wie Kollege HNO mir die Freundschaft mit ihm angeraten hatte usw., und schloss mit der Frage: “Kann man da heute was machen?”. Ihr “Ja!” ließ mich kurz aufhorchen. Dann tat sie mir kund, dass der Kollege recht gehabt hätte, und ich den freundschaftlichen Rat des Tinnitus, der sich durch lautes Geräusch zum Ausdruck brächte, doch mal befolgen könnte: also mehr Schlaf (idealerweise ohne Alkohol) und weniger Stress wenn’s pfeift.

Alternativ bot sie mir eine Gratis-Untersuchung inklusive Einsatz des ärztlichen Vorsorgefingers an.

Ich bedankte mich und ging mit dem Tinnitus pfeifend von hinnen.

Von → Dit und Dat

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