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Janusfragen (01/2010 retrospective)

5. Februar 2010

Ist gut losgegangen mit 2010: Der Januar war in meiner Wahrnehmung  ein echter janusköpfiger Schwarz Weiß-Monat. Daher ein kurzer Flip über eineinhalb mich bewegende Fragen:

0,5. Das IPad kommt – Anfang oder Ende von Allem?

Fragestellung:

Wird durch Apples proprietäre Produktarchitektur der Markt aufgerollt, die  Openness des WWW abgewürgt (und die “Free-Content”-Diskussion gleich mit, weil die klassischen Verlage ihr Informations-Monopol behalten) ?

Meine Meinung:

Sturm im Wasserglas. iPaddler, -Phoner, Apps-Entwickler und Verlage werden ihren Weg/Markt  finden, die Openess-Gemeinde auch. Viel gefährlicher find ich persönlich die Möglichkeiten von Deep Packet Inspection-Technologien (die ich im Januar kennenlernte und die mich gruseln machen). Wer auch Angst bekommen will, guckt sich einfach mal die Links (vor allem die Studie aus Koblenz) unter diesem Beitrag an: http://www.de.wikipedia.org/wiki/Deep_Packet_Inspection.

1,0. Google versus Apple

Fragestellung (gleichzeitig Metaebene von Frage 1):

Wir sterben. Nur die Todesart ist noch offen: Geben wir entweder unsere informationelle Selbstbestimmung auf  (und alle persönlichen Daten bei Google ab) und erhalten dafür ein Füllhorn an tollen Services: G-Nexus 1, G-Maps, G-Mail, die Cloud usw.  (= die “1984/Brave New World-Kombi”) oder begeben uns in die totale Abhängigkeit des Gadget- und Informationsmonopolisten Apple, der uns melkt und melkt und dabei “dumm und zufrieden” hält  ?

Meine Meinung:

Niemand stirbt. Denn vor dem Verschwörungsszenario steht der freie Wille der Nutzer, die sich, (a la Bots: “wir wollen wie das Wasser sein”) rinnsalgleich neue Wege suchen und finden werden. Mit anderen Worten: selbst G oder A wird es nicht gelingen, die Zahnpasta wieder in die Tube zu drücken.

1,5. Der Kauf der Daten-CD ist grundfalsch bzw. goldrichtig

Fragestellung:

Gibt der Rechtsstaat sein Präfix auf, wenn die CD gekauft wird oder muss er ein kleines Unrecht (wobei sich das “ob” ja generell juristisch in Frage stellen lässt) begehen, um großes Unrecht (> 400 Mio EUR) zu verhindern?

Meine Meinung:

Mein Glaube an den Rechtsstaat ist ins Wanken geraten. Ob eine Rendite von 12.000 % ein kleines Unrecht legitimiert, wage ich zu bezweifeln. Wenn z.B. für 200 Mio EUR mehr Exekutive (z.B. Steuerprüfer) gekauft und ein regelerechterer Steuerzahlungsfluss implementiert werden würde, vielleicht – per Gesetz – weitere Schlupflöcher gestopft würden, könnte – total legal – eine Rendite von 100 % gemacht werden. Hielte ich für den besseren Weg (da bin ich bei Herrn Baum, der sich und uns bei Padberg fragte, ob staatlich finanzierter Datenklau als Geschäftsmodell im Sinne des Rechtstaats ist). Muss der Stehler die 2,5 Mio eigentlich versteuen?

thx2kokolores70 für diverse korrekturanmerkungen

Von → Dit und Dat

Ein Kommentar
  1. Bola Permalink

    global, universell und metamoralisch stimme ich den drei halben punkten ganz zu.
    persönlich bewegten mich poldis verletzungen und der salzmangel in kölner baumärkten aber mehr. wie kann ich einer republik trauen, die es nicht schafft, zur winterzeit ausreicehnd streugut und auch – ja, das wissen die wenigsten: besen (!) – zur verfügung zu stellen.
    beides hat mich in souveränität und zukunftsoptimismus auf prä-kindergarten-tage zurückevolutioniert. also re-evolutioniert.

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